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Geschichtlicher Hintergrund
Wenn man bedenkt, dass es in der mit ca. 8.000 Einwohnern zweitgrößten Ortschaft Fuerteventuras nur ein einziges kleines 2-Sterne-Hotel gibt, könnte man meinen die Bewohner seien Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen. Doch das Gegenteil ist der Fall!
Lange Dürreperioden zwangen viele Inselbewohner damals zur Auswanderung. So auch Matías López, der dann auf Kuba sein Glück suchte und fand. 25 Jahre später kehrte er als wohlhabender Mann zurück nach Gran Tarajal und stiftete als sichtbares Denkmal seines Beitrags zur Entwicklungshilfe dem Ort eine Kirche, die “Iglesia de Nuestra Señora de Candelaria”.
Als Dank schenkte die Gemeinde Tuineje ihm und den Gebrüdern Velazquez öffentlichen Grund zur Errichtung von Lagerhäusern. Matías López hatte während seiner Kuba-Emigration genügend Kapital angesammelt, um in seiner Heimat nun größere landwirtschaftliche Investitionen tätigen zu können.
Mit dem Anbau von Luzerne als Pressfutter und ihrem Export nach Gran Canaria schufen sich Matías López und seine Geschäftspartner die Voraussetzungen, um 1928 auch groß ins Tomatengeschäft einzusteigen.
Die ersten Anbauflächen größeren Ausmaßes entstanden zwischen Tiscamanita und Antigua. Damit wurde Gran Tarajal zum Tomatenhafen. Und früher, als es noch keine Lastwagen und keine entsprechenden Straßen gab, erhielten sogar die Einwohner von Morro Jable auf der Halbinsel Jandía ihr Gemüse und sonstige Waren von Gran Tarajal aus auf dem Seeweg.
Noch immer werden die Tomaten des ganzen Südens in die Verpackungshallen Gran Tarajals angeliefert, aber anschließend werden sie mit dem Lastwagen nach Puerto del Rosario transportiert, um dort eingeschifft zu werden für den Versand auf’s spanische Festland und in alle EU-Staaten. Auch die Einwohner des Südens erhalten ihre Waren inzwischen schon lange über den Landweg und somit hat der Hafen also eigentlich seine Glanzzeit schon wieder hinter sich. Nur in geringem
Umfang wird er noch als Fischereihafen genutzt. Gran Tarajal heute Der Ort empfängt jeden, der über die Landstraße kommt, mit einem großen, lichten Palmenhain, dessen Größe einen Eindruck von der einstigen Fruchtbarkeit des Tals vermittelt. Früher soll es hier Hunderte von Palmen und Tamarisken gegeben haben, denen Gran Tarajal seinen Namen (”Große Tamariske”) verdankt.
Nachdem immer mehr Bäume wegen der Übernutzung des Grundwassers verkümmerten, hat man in den letzten Jahren Pflegemaßnahmen ergriffen, um den Hain dauerhaft zu erhalten. Ein großer Teil wurde vergangenes Jahr sogar in eine hübsche Parkanlage integriert, die auf der Insel ihresgleichen sucht.
An den kleinen, romantischen Park angrenzend steht das Hauptpostamt des Südens (geöffnet bis 14:30 Uhr). Der Post gegenüber, also auf der anderen Seite des kleinen Parks, befindet sich die zentrale Bushaltestelle und direkt daneben ein Terrassencafé, wo man bequem auf den nächsten Bus warten kann (siehe
Busfahrplan !)
Ansonsten ist die Plaza umgeben von vielen kleinen Geschäften, Bars und Cafés, und wenn man nicht gerade zur Siesta-Zeit zwischen 13 und 16 Uhr unterwegs ist, überrascht einen das quirlige und geschäftige Treiben im Stadtzentrum, verglichen mit den doch meist verschlafen wirkenden Ortschaften im Landesinneren.
Dazu kommt noch, dass während der Geschäftszeiten viele Bewohner der im weitesten Kreis umliegenden Ortschaften hier regelmäßig Ihre Einkäufe tätigen, ihre Bankfiliale besuchen, zur Post müssen und sich gleichzeitig darauf freuen, bei dieser Gelegenheit mal wieder alte Bekannte zu treffen, mit denen man dann nach allen Erledigungen gerne noch ein Gläschen an der Strandpromenade trinken geht.
Dann fahren wir am Beginn der Strandpromenade wieder an einem kleinen Park mit hübsch angelegtem Kinderspielplatz vorbei. In der anschließend rechts folgenden Häuserzeile, welche die Straße von der Strandpromenade trennt, fällt ein großes, rosafarben gestrichenes Haus zwischen den anderen Geschäften und Bars besonders auf: es ist das inselweit zweitgrößte Kaufhaus “Cabrera”, wo man so ziemlich alles bekommt.
Überhaupt ist Gran Tarajal inzwischen ein wahres Einkaufsparadies. Musste man früher für Produkte des nicht alltäglichen Bedarfs immer noch zur Hauptstadt fahren, so wird man in den allermeisten Fällen inzwischen auch in Gran Tarajal fündig. Angefangen vom größten Supermarkt des Südens “Padilla” (hinter dem Palmenpark) über drei Apotheken, viele Fachgeschäfte Juweliere und internationale Modeboutiquen bleibt kaum ein Konsumwunsch unbefriedigt. Und das Schönste daran ist, dass alles zu echten “Einheimischen-Preisen” angeboten wird. Sie werden sich ärgern, wenn Sie das gleiche T-Shirt, das Sie im Bazar eines touristischen Shopping-Centers gekauft hatten, hier zum halben Preis wiederfinden.
Wir parken jetzt erst einmal unser Auto und gehen zu Fuß weiter. Die rechts liegende Häuserzeile ist von mehreren Gässchen durchbrochen, die alle direkt auf das Schmuckstück von Gran Tarajal führen: die über 1 km lange Strandpromenade “Avenida Paco Hierro”.
Sie umrahmt den ca. 1 km langen und 150 Meter breiten Sandstrand ein, auf den die Stadt, auch wenn es sich nicht um weißen sondern dunkelbraunen Lavasand handelt, besonders stolz ist. Jeden Abend wird er sorgfältig gereinigt, überall stehen Abfallbehälter und auch eine Strandwacht gibt es hier.
Am Strand spielt derweil die Jugend Fußball oder Volleyball und auch die ganz Kleinen spielen verträumt mitten im Strandsand, von den Eltern, die auf der Promenade sitzen, ab und zu durch mahnende Zurufe unterbrochen. Touristen sucht man hingegen meist vergebens! Dabei bietet der Strand doch eigentlich all das, was viele Mitteleuropäer suchen: Er ist zwar nicht ganz so goldgelb wie in den klassischen Urlaubsregionen der Insel, aber er ist feinkörnig, weitläufig und sauberer als so manche Touristenstrände. Das gilt auch für das Wasser!
Vielleicht meinen ja die wenigen Urlauber, die sich mal per Linienbus oder Leihwagen nach Gran Tarajal “verirrt” haben, dass sie hier nicht willkommen seien, nur weil z. B. viele Speisekarten bis heute nur in der Landessprache über die überwiegend bodenständig gute Küche Auskunft geben. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Gran Tarajal will sich nur einfach nicht so “anbiedern” bei den Besuchern. Jeder Urlauber, der einmal Mut gefasst und einen Einheimischen angesprochen hat, wird bestätigen können, dass ihm mit spontaner Herzlichkeit geantwortet wurde, wenn auch meist nur mit Händen und Füßen. Dazu ein Tipp: Viele der jüngeren Einheimischen haben in den städtischen Schulen, die teils bis zum Abitur führen, auch Englisch gelernt. Und irgendwo sitzt auch immer ein Einheimischer, der schon länger in einem der Hotels im Süden arbeitet und deshalb schnell herbeieilt um zu dolmetschen, wenn er Ihre verzweifelten
Verständigungsversuche mitbekommt.
Da macht es auch nichts, dass der letzte Linienbus gegen 20 Uhr geht. Danach gibt’s nur noch das Taxi.
28. Februar bis 10. März (Karneval!) 17. August bis 1. September 9. bis 17. November |
| Bisherige Fuerteventura Spezial-Reports |
|---|
| Gran Tarajal ...die Stadt ohne Tourismus |
El Cotillo,
Lajares, El Roque ...der alternative Nordwesten |
|---|---|
| Corralejo ...und die Insel "Los Lobos" |
La Oliva
...und die umliegenden Ortschaften Villaverde, Tindaya, Vallebrón und Caldereta |
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Der Süden Jandías mit Morro Jable, Jandía Playa, etc. |
Puerto del
Rosario ...die Hauptstadt Fuerteventuras gestern und heute |
|
Pájara ...und umliegende Ortschaften wie Ajui, Toto, etc. |
La Pared
...und Umgebung — von Matas Blancas bis zum Wrack der "American Star" |
|
Antigua
...und die umliegenden Ortschaften Agua de Bueyes, Triquivijate, Costa Caleta, Costa Antigua, Salinas del Carmen, etc. |