| Von Puerto del
Rosario kommend verläuft die Straße auf den letzten Kilometern
stetig aufwärts, gibt rechterhand den Blick frei über die westlich
sich ausdehnende Ebene und erreicht kurz darauf den Ort La
Ampuyenta. Das Dorf selbst besteht aus kleinen, lehmfarbenen und
weiß gekalkten Gehöften. Mitten
im Ort fällt ein außergewöhnlich großes, rot und weiß verputztes
Gebäude in desolatem Zustand auf, das die Jahreszahl 1891 trägt. Das
für zwölf Betten geplante "Hospital von Ampuyenta", erbaut aus
Ziegelsteinen und Mörtel mit den privat gestifteten Geldern des
Arztes Tomas Mena y Mesa, wurde jedoch nie seinem Zweck zugeführt.
Schuld daran waren die wacker galoppierenden Amtsschimmel und die
Rivalität des Krankenhauses in Puerto del Rosario.
Heute nutzt die Kirche einen Teil des
Gebäudes als Gemeindehaus. Schutzheiliger des Dorfes ist der Heilige
San Pedro de Alcantara. Im innern seiner kleinen, von einer
zinnenbewehrten Mauer umgebenen Kirche überraschen vom Boden bis zur
Decke barocke Wandmalereien, die den gesamten Altarraum schmücken
und früher auch das Hauptschiff verzierten, ehe sie dort weiß
übertüncht wurden.
So ungewöhnlich wie das Innere der
Kirche ist auch die besondere Wundertätigkeit des Heiligen. Einer
langen Tradition folgend, macht seine Statue "Hausbesuche": Einmal
im Jahr geht sie auf Wanderschaft zu verschiedenen Familien, wenn
dort der häusliche Frieden bedroht ist, um Krankheiten und Unheil
abzuwenden oder einfach, um Segen zu bringen. |