Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 08.06.2004)


Sechs vergiftete Guirres aufgefunden

Seit dem Jahre 2000 hat man, laut vorliegenden Daten des Cabildos de Fuerteventura,
insgesamt 37 der kleinen Aasgeier tot aufgefunden, sechs davon in den letzten Wochen.

Die Sterbensursachen in all den Fällen schließe einen natürlichen Tod aus. Der Großteil der verendeten Tiere hat sich in den Hochspannungsleitungen verfangen, für weitere zwölf war die Todesursache toxische Pestizide. Die in den vergangenen Wochen aufgefundenen verendeten Geier waren eindeutig Opfer von ausgelegten Giftködern. Mit dem Sterben jener Tiere, die gerade in das reproduktionsfähige Alter kamen, ist der Erhalt der vom Aussterben bedrohten Spezies extrem in Frage gestellt.

Der jüngste Vorfall ereignete sich im "Valle de Sise" um Pozo Negro, im Landkreis Antigua. Eine vergiftete Ziege wurde just unter der Niststelle eines Guirrepaares — allem Anschein nach ein bösartiger Vorsatz — als Köder ausgelegt. Die gefundenen Pestizide — Aldicarb (Kemik von Bayer), Carbofurano (Lannate von DuPont) und Metomilo (Furadan von FMC Foret S.A.) — fallen in die Kategorie 'toxisch' (giftig) und sind äußerst gefährlich für Säugetiere und Vögel. Die Mischung jener Gifte in sehr viel geringerer Dosis wird vor allem in der Agrarindustrie zur Schadensbegrenzung bei Befall von Kleintieren verwendet. Die genannten Gifte wurden allerdings auch in einigen Fällen von skrupellosen Jägern zur Austilgung von unerwünschtem Kleinwild in Kadaver injiziert und ausgelegt.

Seltsamerweise haben die letzten Fälle der tot aufgefundenen Schmutzgeier allesamt mit einem markanten Datum übereingestimmt. Seit dem ersten Mai sind die Übungsplätze für die Ausbildung von Jagdhunden auf Antrag der Jägervereinigung genau in diesem Territorium eröffnet worden.

Wie dem auch sei, es dürfte nicht sehr schwer fallen, die Autoren dieser Geschehnisse ausfindig zu machen, da die verwendeten Pestizide ausschließlich in speziell autorisierten Geschäften verkauft werden dürfen, die außerdem in einem Register die verkaufte Menge und den Käufer festhalten müssen.

Es ist sehr bedauernswert, dass einige Gewissenslose die intensive und jahrelange Arbeit von vielen — und nicht nur Naturschützern — auf diese Weise zunichte machen! Der "Guirre", "Alimoche" oder "kleine Schmutzgeier" ist einer der einzigartigsten Vögel auf Fuerteventura.

Von vielen Seiten wird erwartet, dass diese Aktion nicht ungesühnt bleiben darf. Seitens der Grünen wird von den zuständigen Autoritäten eine lückenlose Aufklärung dieser Vorkommnisse erwartet und man fordert von der kanarischen Regierung eine bessere Kontrolle über den Verkauf und Einsatz der Pestizide.

Eine Tonne Teerbatzen um El Cotillo zusammengetragen

Aus dem Ayuntamiento von La Oliva ist die ständige Anschwemmung von Teerbrocken, die von Tankschiffen stammen, die ihre Tanks in offener See ausspülen, öffentlich verurteilt worden. Bei einer Säuberungsaktion eines 60 Meter langen Küstenstreifens am vergangenen Sonntag, 6. Juni, sammelte man sage und schreibe 1000 kg der klebrigen Ölmasse ein.

“Es ist traurig festzustellen, dass der gesamte Küstenstreifen von Teerbatzen überzogen ist,” ließ der Abgeordnete für Umweltschutz, Strände und Gesundheit, José Luis López, verlauten. Der Veranstalter der Reinigungsaktion war wieder einmal die private Umweltorganisation 'Clean Ocean Project', unterstützt von der Verwaltung in La Oliva.

Zu der Tonne des klebrigen Teers sind außerdem noch fast drei weitere Tonnen Müll und Schutt aller Art dazuzurechnen, die in den wenigen Stunden der Aktion zusammengetragen wurden.
Von der Verwaltung wird von den zuständigen staatlichen Organen ein Eingreifen in diese prekäre Situation gefordert: “Wir können nicht einfach so zusehen, dass jene Küstenstreifen auf diese brutale Art kontaminiert werden. Die Tanker säubern ihre Tanks auf offener See, da eine effektive Kontrolle einfach nicht existiert. Mit diesen Aktionen ruinieren jene die Umwelt und da dies regelmäßig passiert, müssen die staatlichen Institutionen diesem Treiben endlich einen Riegel vorschieben.”

Auch ein Lob an die teilnehmenden Personen der Säuberungsaktion wurde ausgesprochen: “Wenn wir unsere Strände nicht selbst sauber halten, wer sollte es sonst machen?”, und auch an die nicht präsenten Anwohner hielt er einige Worte parat: “Bei der Aktion vom Sonntag vermissten wir eigentlich etwas mehr Personen aus der hiesigen Region, um nicht zu sagen: von der ganzen Insel!”
Des weiteren verwies er auf die nächste geplante Aktion im Juli, wieder etwa an der gleichen Stelle.

Antiker Büchermarkt in Puerto del Rosario

Vom 4. bis noch einschließlich dem 13. Juni diesen Jahres findet an der "Plaza de la Paz" (Friedensplatz) im Zentrum von Puerto del Rosario die Büchermesse für antike Bücher statt, inzwischen in seiner vierten Auflage.

Veranstaltet vom Kulturministerium und unterstützt von der 'Vereinigung der Buchhändler für antike Bücher' aus Andalusien, warten etwa 50.000 Bücher in 16 Ständen auf den Besitzerwechsel. Gefunden und erstanden werden können Bücher aus dem 17. Jahrhundert und Drucke aus dem XVIII.

Als Neuheit dieses Jahres kann man auch (historische) kanarische Literatur vorfinden, ebenso wie Kinderbücher. Für die Unterhaltung der Kleinen sind außerdem verschiedene Veranstaltungen geplant.
Tipp unserer Redaktion: Besuch auf jeden Fall lohnenswert!
 

 

Weitere Nachrichten in Kürze!