Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 20.02.2004)

Unantastbarkeit der Naturschutzgebiete gesichert?

Das Kultur- und Ökologie-Kollektiv 'Agonane', eine Untergruppe in der Ökologie-Bewegung 'Ben Magec', hat angekündigt, sich um jeden Preis für die Er- und Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Dünenlandschaft vor Corralejo einzusetzen.

So hat man die stille Vorgehensweise des Generaldirektors des Ministeriums ‘Costas’ (Küsten), die Vergabe einer 30-jährigen Lizenz zur Bebauung und Bewirtschaftung eines neben den dort angesiedelten RIU-Hotels gelegenen, 60.000 qm großen Grundstücks scharf kritisiert, eine Eingabe an das zuständige Ministerium gesandt und eine Stellungnahme von dessen Seite gefordert.

Die 30-jährige Bewirtschaftungs-Lizenz enthält zudem noch eine Option auf weitere 30 Jahre, außerdem ist sie frei von jeglicher Zahlung in die Staatskasse.

Man kritisiert nicht nur die Lizenzvergabe, sondern auch die Wahl der lizenznehmenden Firma ‘Geafón Número Uno de Lanzarote, S.A.’, die bereits mehrere Male wegen Nichteinhaltung diesbezüglicher Gesetze aufgefallen war.

Nach einem Ersuchen von 'Agonane' zum Einblick ins Grundbuchregister stellte man fest, dass die dortige Parzelle — außer ihrer Eingliederung ins Naturschutzgebiet mit Datum vom 22. Mai 1992 und Inkrafttreten des Gesetzes im darauf folgenden Jahr — zudem nur offizielle 45.000 qm umfasst. Seltsam sei, dass die Grundstücksgrenzen nicht eingezeichnet oder angegeben sind, so war vom Sprecher der Ökologie-Bewegung zu hören. Sollten da nicht klammheimlich wieder einmal Fakten geschaffen werden, die im Nachhinein nicht rückgängig gemacht werden können? (siehe El Cotillo!)

Auf die Anfrage an das betroffene Ministerium wegen einer Veröffentlichung der Entscheidung über die Nutzung jenes Grundstücks, so wie es die Gesetze fordern, bekam man die lapidare Antwort, man habe die Resolution nicht veröffentlicht und werde sie auch nicht veröffentlichen — ohne weitere Angabe von Gründen.

Sollte wirklich ein zweites ‘El Cotillo’ folgen?

 

Unmut über die Abholzung der Lorbeerbäume in Gran Tarajal

Im Zuge der Reform des Erscheinungsbildes von Gran Tarajal, nicht nur in der Einfallstrasse, sondern eben auch im Stadtzentrum um die Kirche, haben sich am Freitagabend gut Hundert Bürger dieses Städtchens am Kirchplatz versammelt, um so ihrem Unmut über das Abholzen der Lorbeerbäume Luft zu machen.

Die von der Verwaltung geplante Reform sieht an Stelle der seit vielen Jahren Schatten spendenden Lorbeerbäume die Pflanzung von kanarischen Palmen vor. Aufgeweckt von einem durch die Strassen passierenden Wagen mit Megaphon, über das man lautstark die Präsenz der Kontrahenten dieses Plans zur Versammlung auf dem Kirchplatz einforderte, waren auch die (inzwischen abgelöste) Bürgermeisterin und mehrere Abgeordnete zu sehen.

“Die Palmen in den Palmhain - und nicht auf Gran Tarajals Strassen!”, so lautete das Motto. Bleibt abzuwarten, ob dem Gehör geschenkt wird...

 

‘Häusle-Käufer’ aufgepasst! — ‘Big Brother is watching You!’

Wer kann sich noch an die Umstellung der Währung und die damit verbundene Steuerinspektion auf den Kanaren erinnern? Die damals 'eingesäckelten' Steuermillionen scheinen der Steuerbehörde Auftrieb gegeben zu haben, diesen Akt zu wiederholen, hat man in der vergangenen Periode doch Steuerausstände von über 90.000.000,00 €uro nachfordern können.

Schon sind die ersten Steuerfahnder wieder unterwegs, Immobilienbüros mit Angeboten von Luxus-Objekten zu überprüfen. Vorgesehen ist diesmal, die Käufer von Objekten, die den Kaufwert von etwa 360.000,00 €uro erreichen oder überschreiten, unter die Lupe zu nehmen oder, genauer gesagt, zu überprüfen, wo das Geld dafür denn wohl her stammt.

Auch soll dem Betrug mit Immobilien und dem Weißwaschen von Schwarzgeldern ein Ende bereitet werden. So werden Grundbucheintragungen mit dem tatsächlichem Marktwert und dem geforderten Kaufpreis verglichen, um so überhöhten Preisen - die Differenz wäre das ‘geweisste’ Geld - auf die Spur zu kommen.

Auch verschiedene Subventionen (wie aus dem Fond für Geschäftsinvestitionen RIC) werden wohl zurückverlangt werden können, die zum Bau von Büros oder Geschäftshäusern gegeben worden sind und deren Installationen im Endeffekt als normale Wohnungen dienen.

 

Die Bauarbeiten im und um das ‘Hospital General de Fuerteventura’ haben begonnen

Die lang geplante und viel diskutierte Erweiterung des Krankenhauses auf Fuerteventura hat begonnen. Im Zuge der Erweiterungsarbeiten sind verschiedene Umleitungsmaßnahmen erforderlich geworden, um den weiteren Betriebsablauf während der Umbauarbeiten sicherstellen zu können.

Außer der Sperrung der Zugangsstrassen auf dem Gelände — eine Umleitung ist ausgeschildert — ist dem nun auch der Parkplatz zum Opfer gefallen. Der Parkplatzmangel hat inzwischen beängstigende Ausmaße angenommen. Dem Polizeibeamten zur Überwachung des dortigen Verkehrs ist unbedingt Folge zu leisten, da die Zufahrtswege für die Rettungsfahrzeuge freigehalten werden müssen.

Sollten Sie derzeit einen Arzt benötigen, jedoch einen Krankenhausbesuch vermeiden können, suchen Sie besser eine der zahlreichen privaten Krankenstationen auf, die Sie in jedem Touristenzentrum vor Ort finden können.

 

Europa-Promotion

Haben Sie ihn schon in Ihrer Heimatstadt gesehen? Fuerteventura hat einen Promotion-Bus auf die Reise geschickt, um Europa heimzusuchen.

Der Bus ist an den Seiten mit großflächigen Bildern der schönsten Strände Fuerteventuras dekoriert, der Golfplatz in Costa Caleta (Caleta de Fustes) ziert eine andere Seite, und auch der ‘turismo rural’, die Inland- Ferienhäuser, kommen nicht zu kurz.

Der Bus startete seine Eroberungsreise Richtung spanisches Festland, weiter über Frankreich, Deutschland, Belgien, die Niederlande, England, usw... Die Tour soll bis Ende Juli gehen, und bei den wichtigsten Ereignissen auf dem Tourismus-Sektor und bei Touristik-Messen wird er zu sehen sein.

 

Bevölkerungszuwachs auf Fuerte

Fuerteventura ist der Rekordhalter von ganz Spanien, was den Zuwachs an Einwohnern im vergangenen Jahr betrifft. Mit 7,5% oder einem plus von 5.221 neuen Wahl- oder echten ‘Majoreros’ stieg die Bevölkerungszahl auf ‘unserer’ Insel auf 74.983.

Aufgeteilt auf die Kommunen heißt das:

Puerto del Rosario: +3.441
La Oliva: +1.016
Betancuria: +56
Antigua: +44
Tuineje: +245
Pájara: +419

Den meisten Zuwachs erhielt die Inselhauptstadt Puerto del Rosario, in die jeden Monat des vergangenen Jahres etwa 200 Familien ihren Wohnsitz verlegten, und die durch ihre Vielfältigkeit an Nationalitäten den Status einer kosmopolitischen Stadt erreicht hat.

Unter den Einwohnern befinden sich an Nationalitäten:

Kolumbianer: 1283
Argentinier: 458
Marokkaner: 351
Ecuadorianer: 210
Kubaner: 148
Italiener: 278
Chinesen: 62
Briten: 138
Portugiesen: 187
Deutsche: 89
Bulgaren: 62
Senegalesen: 43
Rumänen: 16


Interessant ist der Zuwachs und die Aufteilung des Ausländeranteils auf der Insel (zu dem auch wir Deutsche gehören):

Gesamtzuwachs: 1.920, davon:

- Europa EU-Staaten, gesamt: 774, davon:
aus Deutschland: 327
aus Großbritannien: 203
aus Italien: 100

- restliches Europa: 83

- Afrika, gesamt: 272, davon:
aus Marokko: 210

- (Latein-)Amerika, gesamt: 710, davon:
aus Argentinien: 286
aus Kolumbien: 237

- Asien, gesamt: 80

- Ozeanien: 1 Person.

Quelle: Einwohnerstatistik Ende 2003.

 

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