| Erneuter Besucherrekord trotz (angeblicher) Rezession!
Es ist schon fast nichts Neues mehr: wieder ein Rekordmonat für den
Tourismussektor auf Fuerteventura. Mehr als 129.000 Sonnenhungrige wählten als Urlaubsziel die Sonneninsel, oder anders ausgedrückt: eine Zunahme von über 23%, verglichen mit dem Vorjahresmonat.
Unter all den Nationalitäten stachen auch dieses Mal wieder die aus deutschen Landen
stammenden Urlauber hervor, mit einer Steigerung von über 19%, womit sich die
angeblich negative Tendenz, die seit Anfang des Jahres für Schlagzeilen sorgt,
nicht bestätigt. Die spanische Tagespresse hatte mehrere Artikel veröffentlicht, in denen die hiesigen Hoteliers wegen der (herbeigeredeten?) Rezession in Deutschland um ihre Goldesel zittern. Man nimmt dabei eine fragliche Interpretation von Zahlen als Basis, die eine Abnahme
der Urlauberströme aus Deutschland auf den kanarischen Archipel von 2% (oder 5.562 Personen) im Monat März reflektieren sollen. Bei 301.324 deutschen Besuchern nur in jenem Monat, scheint diese, laut der Touristikunternehmer, ‘ernstzunehmende Beängstigung’ zu aufgeblasen zu
sein.
Aber mit aus diesem Grund — der andere ist wohl die
explosionsartige Expansion der touristischen Bettenkapazitäten — sucht man sein Heil im
Erschließen alternativer europäischer Märkte. Ins Auge gefasst hat man dazu die Promotion in den östlichen Ländern, und natürlich auch beim Weltmeister im Verreisen, Frankreich, möchte man ein schönes Stück vom Ferienkuchen abhaben.
Ein wenig in seiner Aussage vergriffen haben dürfte sich der Vize-Conserje der Abteilung Tourismus der Regionalregierung, der empfohlen hat, vor der Promotion des kanarischen Archipels als Ferienziel auf dem polnischen
Markt das Benehmen, bzw. die Eigenheiten der dortigen Bevölkerung zu analysieren.
(Man könnte “el comportamiento de los polacos” auch als: “das
Sich-Benehmen-Können der Polen” übersetzen! Etwas unglücklich formuliert, aber leider als Aussage in der Titelleiste so wiedergegeben.) Der Markt sei aufgrund seiner hohen Bevölkerungszahl
sehr dazu geeignet, um den ‘Niedergang’ der deutschen Vorherrschaft auf den Kanaren auszugleichen.
Las Salinas del Carmen und der Wal...
Ein vor drei Jahren in der Nähe von Majanicho
an der Nordküste Fuerteventuras angestrandeter, toter Wal wurde (zumindest dessen
Skelett) mumifiziert, präpariert und restauriert. Das Jung-Tier hat eine Länge von 19
Metern und ist inzwischen wieder komplett zusammengesetzt. Sein endgültiger Ausstellungsplatz ist bei der ebenfalls restaurierten, antiken Salzgewinnungsanlage ‘Las Salinas del Carmen’, in der Nähe von ‘Caleta de Fuste’, 10 km
vom flughafen Richtung Süden. Unsere Empfehlung: ein nicht alltäglicher Blickfang, sehr besuchenswert!****
Kulturaustausch an der
Costa Calma
Ein Zusammentreffen ganz besonderer Art fand am 18. Mai
an der Costa Calma statt. Etwa 400 Schüler, Eltern und Nachbarn versammelten sich auf Einladung des ‘Centro de Educación Infantíl y Primaria’ - Kindergarten und Grundschule - zu seiner ‘Ersten Interkulturellen Veranstaltung’ in seinen
Räumen. Das besondere daran waren aber nicht die 400 Gäste, obwohl man nur mit der Hälfte gerechnet hatte, sondern die Nationalitäten-Vielfalt der Anwesenden. 18 verschiedene Länder
waren vertreten, in ihren Landestrachten und ihren landestypischen Leckerbissen, welche allesamt durchprobiert werden konnten. Aber auch andere
Lebenseigenheiten und -ansichten wurden dargestellt, und so manch einer konnte live einen neuen Tanz erlernen.
Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Lebensstilen üben, war der Hintergrundgedanke der Veranstaltung, die nach Auskunft der Verantwortlichen wegen des
offensichtlichen Erfolges im kommenden Jahr wiederholt werden wird.
Aktuelle Ausstellung
Wer bis zum 7. Juni sowieso gerade am Flughafen ist
— zwecks An- oder Abreise — kann die dortige, aktuelle Kunstausstellung ohne
große Umwege gleich begutachten. Die Malerin Nuria del Pino hat dem Flughafen
17 ihrer Gemälde ausgeliehen. Einfach hinsehen...
IVA, IGIC und die
Telefonica
Augen auf bei der Telefonrechnung! Das mit dem deutschen
Verbraucherschutz vergleichbare Büro ‘Oficina Insular de Información al Consumidor y
Usario' hat die Festnetztelefoninhaber zur Kontrolle ihrer Telefonrechnungen aufgerufen. Speziell bei ADSL-Leitungen (Internet-Standleitungen) soll es mehrmals vorgekommen sein, dass die spanische Telefongesellschaft statt der (kanarischen) 5%igen
Mehrwertsteuer IGIC die (festlandspanischen) 16% IVA angerechnet hat. Für den Fall,
dass Sie Resident(in) sind oder Ihren dauerhaften Wohnsitz auf den Kanaren haben, kurz mal nachsehen. Die überhöhte
Steuerberechnung kann zur Rückzahlung rückwirkend bis zum 01. Januar 2003 geltend gemacht werden.
Nachahmenswertes
Beispiel
Ein Freundeskreis um den Initiator Wim Geirnaert, Belgier, seit zehn Jahren auf Fuerte wohnhaft, hat sich ohne viele Worte, Publikationen oder Reporter- und Fernsehkamaras auf seine Weise um ein Stück seiner/unserer Umwelt gekümmert. Der Inhaber der kommerziellen Marke ‘clean ocean project’ veranstaltete ein Meeting an der Nordküste um Bristol und sammelte
spontan — Müll ein. Der Küstenstreifen wurde so um 5 Tonnen Abfall gereinigt, darunter ausgediente Autoreifen und Haushaltsgeräte.
Anm.d.Red.: Ein nachahmenswertes Beispiel, das hoffentlich irgendwann überflüssig sein wird. Nämlich dann, wenn auch der Letzte endlich verstanden haben wird, dass der Müll dahin gehört, wo
es für ihn geplant ist und zu dessen Entsorgung viel Geld investiert wurde: Mülleimer, Container und Müllhalden.
In Kürze eine weitere
Sehenswürdigkeit auf der Insel
Die Arbeiten zur Fertigstellung der Höhle
bei Villaverde sind fertig, ein paar Kleinigkeiten noch, und Fuerteventura besitzt einen neuen Publikumsmagneten. ‘La Cueva del LLano’, eine Röhre vulkanischen Ursprungs, die sich in zwei Richtungen verzweigt.
Der größere der beiden Tunnel, in Richtung Norden gehend, mit einer Länge von etwa 500 Metern, soll demnächst für Besucher zu besichtigen sein. Der Zugang in die Grotte erfolgt über ein eigens dafür konstruiertes landestypische Haus.
Gefunden hat man in den Seitenarmen eine neue Spinnenart, bislang wohl einzigartig auf Fuerteventura, mit Namen: ‘Maiorerus randoi Rambla’, die sogar eine eigene Familie repräsentieren könnte. Und zwischen der Fauna und Flora der vulkanischen Grotte entdeckte man später noch eine zweite, wohl ebenfalls endemische Spinnenart, die ‘Spernophorides fuertecavensis wunderlicht’, die sich perfekt an ihre vulkanische Heimat angepasst hat. Genauere Untersuchungen darüber dauern noch an.
372.000 € zur Restaurierung, zum Schutz und Erhalt der Höhle hat sich die kanarische Regierung das kosten lassen,
weiter gehende Investitionen stehen noch aus.
Bewertung durch unsere Redaktion: Auf jeden Fall sehenswert!
Zurück
zur Übersicht
|