Die Wirkung auf das Immunsystem
Der Hauptwirkstoff Acemannan hat darüber hinaus eine direkte Auswirkung auf die Zellen des Immunsystems. Er aktiviert und stimuliert Makrophagen, Monozyten, Antikörper und T-Killer-zellen, die allesamt für die Vernichtung und Abwehr von Fremdkörpern zuständig sind. Laborversuche zeigten, dass Acemannan als Brücke fungiert zwischen Fremdprotein und Makrophagen (Fresszellen), wodurch die Aufnahme der
Fremdproteine durch die Fresszellen wesentlich erleichtert wird.
Diese Brückenfunktion gilt als Schlüsselkomponente bei der Immunstärkung des Zellkerns, denn z.B. bei HIV-Infektionen sind ungenügend Abwehrkräfte im Zellinneren vorhanden.
An Aidskranken vorgenommene klinische Versuche zeigten, dass die Behandlung mit Aloe-Vera-Saft positive Folgen für die Patienten hatte: das Fieber sank, nächtliche Schweißaus-brüche konnten gestoppt werden, Infektionen klangen ab, die Kurzatmigkeit ging zurück, Durchfälle hörten auf, sogar die Lymphknoten verkleinerten sich.
Im Gegensatz zu anderen Methoden wurden bei dieser Behandlung keinerlei negativen Begleiterscheinungen festgestellt. Acemannan schützt auch das Knochenmark vor Schädigungen durch chemische Gifte und belastende Drogen. Weil Acemannan alle Zellmembrane erreicht, kann es eine derart allumfassende Immunkräftigung bewirken, wodurch eine gesteigerte Entgiftung und Versorgung der Zellen in Gang gesetzt wird. Der verbesserte Stoffwechsel beeinflusst den ganzen Körper und hat eine enorme Energetisierung zur Folge.
Weitere wertvolle Inhaltsstoffe
Neben dem Hauptwirkstoff Acemannan findet man in Aloe-Vera-Saft 13 weitere Mucopoly- und Monopolysaccharide, 11 Anthraquione (von jeher wegen ihrer abführenden und schmerz-stillenden Wirkung geschätzt), 13 Mineralstoffe (u.a. Kalzium, Phosphor, Kalium, Eisen Natrium, Mangan, Magnesium, Kupfer, Chrom, Zink), 15 Enzymen, Saponine (Kohlehydrate mit reinigender und antiseptischer Wirkung), 21 Aminosäuren (Eiweißbausteine) und essentielle Fettsäuren.
Auch wichtige Vitamine sind vorhanden: u.a. Vitamin A (verbessert das Sehvermögen, fördert die Gesundheit der Haut), Vitamin C (bekämpft in Verbindung mit Vitamin E Infektionen, fördert Vernarbungsprozesse), Vitamin B1 (wird zum Wachstum des Gewebes und zur Energieproduktion gebraucht), Vitamin B2 (wirkt gemeinsam mit Vitamin B6, vor allem bei Mangelerscheinungen wie Anämie), Vitamin B12 (unentbehrlich für die Funktion der Nervenzellen und für den Stoffwechsel, fördert die Bildung roter Blutkörperchen).
Ungewöhnliche Vielfalt an Heilwirkungen
Die jahrzehntelange Forschung hat bewiesen, dass das aus den Blättern gewonnene Gel
eine Hustenreiz stillende, die Narbenbildung fördernde, entzündungshemmende, keimtötende, blutstillende, schmerzstillende, beruhigende und wundheilende Wirkung hat.
Das Gel macht verletztes Gewebe unempfindlich, lindert den Juckreiz bei Insektenstichen, senkt das Fieber, hilft bei Darmträgheit, erweitert die feinen Haargefäße und klärt das Blut.
In der Dermatologie regeneriert das Gel erschlafftes Gewebe (an der Universität Texas wurde bewiesen, dass durch die Verwendung von Aloe-Vera-Gel der Zellerneuerungsrhythmus sechs- bis achtmal erhöht wird), "verdaut" abgestorbene Zellen, gibt trockener Haut wieder Feuchtigkeit und dringt tief in die Hautschichten ein (das Aloe-Gel dringt drei- bis viermal so schnell in die Haut ein wie Wasser).
Im Laufe der letzten fünfzig Jahre konnten Forscher die bereits lange Liste der traditionellen
Eigenschaften der Aloe Vera durch neue Funktionen bereichern.
Die Aloe-Vera-Präparate werden auch wegen ihrer Eigenschaften, die postoperative Zellregeneration zu beschleunigen, besonders geschätzt. Weiterhin konnte eine Verbesserung und Stabilisierung der Sehkraft bei Einnahme von Aloe
Vera verzeichnet werden. Bei Asthmakranken tritt eine erhebliche Besserung des Zustands ein.
Aloe übt prinzipiell einen positiven
Einfluss auf alle Krankheitsprozesse aus, die in irgendeinem
Zusammenhang mit Immunschwäche stehen, wie Krebs, AIDS oder Multiple
Sklerose. Außerdem steigert sie erheblich das körperliche Wohlbefinden älterer
Menschen. Die Aloe wird
auch als Prophylaxe in der Radiotherapie eingesetzt. So bietet sie eine hochwirksame Hilfe bei Sonnenbrand, medizinischen Strahlenschäden und radioaktiven Strahlenschäden
Aloe Vera stimuliert also nicht nur die physiologischen Funktionen des Organismus, sondern steigert auch beträchtlich die körpereigenen Abwehrkräfte.
Angesichts weltweit verbreiteter Zivilisationskrankheiten scheint sie zum richtigen Moment in ihrer Bedeutung wiedererkannt zu werden: Unser Immunsystem, das extrem vielen Stressfaktoren ausgesetzt ist, bedarf gezielter
Unterstützung, um seine Schutzfunktion zu erfüllen. Die Stärkung unserer körpereigenen Abwehrkräfte ist eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen gegen jede Krankheit, erst recht gegen zunehmende Gift- und Strahlenangriffe aus Nahrung und Umwelt.
Aloe ist nicht gleich Aloe
Das aus dem Mark der Aloe Vera gewonnene Gel ist sehr unbeständig. Es oxidiert schnell an der Luft (innerhalb weniger Stunden), wobei die meisten der heilkräftigenden Wirkstoffe verloren gehen. Sogar im Kühlschrank verändert sich das Gel nach kurzer Zeit, weshalb seine Stabilisierung das eigentliche Problem seiner Verarbeitung in großem Maßstab darstellt.
Ende der fünfziger Jahre gelang es Bill C. Coats, einem Apotheker aus Texas, der einen guten Teil seines Lebens mit dem Studium der Aloe Vera verbracht hatte, das frische Mark der Pflanze mittels eines vollkommen natürlichen Verfahrens
haltbar zu machen, ohne dass es Nährstoffe verlor. Sein Geheimnis, das er patentieren ließ, bestand darin, das Pflanzenmark drei Tage lang unterschiedlichen Temperaturen auszusetzen und wirksame Antioxidantien wie die Vitamine C und E sowie Sorbit hinzuzufügen.
Es versteht sich von selbst, dass es in unseren gemäßigten Breiten nicht immer leicht ist, eine Aloe im Garten, in der Wohnung oder auf dem Balkon zu ziehen. Es ist deshalb leichter, sich der im Handel erhältlichen Produkte zu bedienen. Es sei jedoch noch einmal daran erinnert, dass die Wirksamkeit der Präparate auf Aloe-Vera-Basis von der Reinheit der Pflanze selbst, von der Verarbeitungsmethode und von ihrer Haltbarmachung abhängt.
Es hat sich herausgestellt, dass der Trockenprozess des Blattgels und die Verarbeitung zu Pulver oder Konzentrat ihr therapeutisches Potential weitgehend vernichtet. Außerdem trägt der auf den Etiketten angegeben Prozentsatz des reinen Pflanzenwirkstoffes weder dem Verdünnungsfaktor noch der angewandten
Konservierungstechnik Rechnung. Man kann leicht Aloe-Produkte im Handel finden, welche die Aufschrift “100% Aloe Vera” tragen, obwohl sie nur eine ganz geringfügige Menge reinen Pulvers enthalten, das mit Wasser verdünnt wurde. An Werbetricks muss beim Kauf also gedacht werden.
Es gibt viele Aloe-Pflanzer oder Erzeuger auf der Welt und hervorragende Laboratorien, die ihre Erzeugnisse richtig verarbeiten und als reine Präparate in den Handel bringen. Wenn die Aloe also ihre heilkräftigende
Eigenschaft behalten soll, muss sie nach bestimmten Regeln angebaut, geerntet, verarbeitet und konserviert werden. Der Käufer sollte deshalb bei der Wahl auf die Herkunft des Produktes achten!
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